Fördermöglichkeiten im BEM
Viele Unternehmen führen BEM durch – aber nutzen nicht sein volles Potenzial. Fördermittel bleiben ungenutzt, Verfahren sind unnötig kompliziert und wirtschaftliche Chancen werden verschenkt. Dabei kann externe Unterstützung genau hier ansetzen. Wie das gelingt, erfahren Sie im Beitrag.
Das Betriebliche Eingliederungsmanagement wird in vielen Unternehmen noch immer als formale Pflichtaufgabe verstanden. Sobald Mitarbeitende länger als sechs Wochen arbeitsunfähig sind, wird ein Gespräch angeboten, ein Protokoll geführt – und damit scheint das Thema erledigt.
Doch BEM kann deutlich mehr leisten. Richtig aufgesetzt, ist es ein strategisches Instrument zur Fachkräftesicherung und zur Reduzierung wirtschaftlicher Risiken. Vor allem dann, wenn externe Unterstützung einbezogen wird.
BEM ist kein isolierter Unternehmensprozess
Viele Arbeitgeber versuchen, das Verfahren vollständig intern zu steuern. Das wirkt zunächst effizient, führt in der Praxis jedoch häufig dazu, dass Fördermöglichkeiten ungenutzt bleiben oder Verfahren rechtlich angreifbar sind.
Dabei sieht das Gesetz ausdrücklich vor, dass externe Rehabilitationsträger beteiligt werden können. Institutionen wie die Agentur für Arbeit, die Deutsche Rentenversicherung oder das Integrationsamt verfügen über umfangreiche Unterstützungsinstrumente. Auch die zuständige Berufsgenossenschaft kann ein wichtiger Ansprechpartner sein, insbesondere wenn es um Arbeitsunfälle oder beruflich bedingte Erkrankungen geht.
Diese Stellen sind keine „externen Zuschauer“, sondern potenzielle Finanzierungspartner.
Fördermittel sind kein Sonderfall – sondern Teil einer guten BEM-Strategie
In der Praxis erleben wir häufig, dass Unternehmen überrascht sind, welche finanziellen Möglichkeiten bestehen. Zuschüsse zu technischen Arbeitshilfen, finanzielle Unterstützung bei Arbeitsplatzanpassungen, Lohnkostenzuschüsse oder Qualifizierungsmaßnahmen können im Einzelfall erhebliche Entlastungen bringen.
Das Problem ist selten der fehlende Anspruch, sondern fehlende Struktur. Förderanträge müssen zum richtigen Zeitpunkt gestellt, medizinische Einschätzungen sauber eingeordnet und Zuständigkeiten geklärt werden. Wer hier nicht routiniert ist, verzichtet schnell auf Unterstützung – oft ohne es zu wissen.
Ein professionell begleitetes BEM schafft genau diese Struktur.
Externe Begleitung schafft Klarheit und Vertrauen
Neben den wirtschaftlichen Aspekten spielt ein weiterer Faktor eine entscheidende Rolle: Neutralität.
BEM-Gespräche berühren sensible Themen – Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Zukunftsperspektiven. Wenn Führungskräfte oder HR-Abteilungen zugleich Arbeitgeberinteressen vertreten und moderieren, entsteht schnell ein Spannungsfeld.
Eine externe Moderation kann hier deeskalierend wirken. Sie sorgt für Transparenz, klare Rollenverteilung und eine sachliche Gesprächsführung. Das stärkt nicht nur das Vertrauen der betroffenen Mitarbeitenden, sondern auch die Qualität der Lösungen.
Wirtschaftlich denken heißt langfristig handeln
Fehlzeiten verursachen nicht nur Entgeltfortzahlungskosten. Sie führen zu Produktionsausfällen, Mehrbelastung im Team, Wissensverlust und nicht selten zu Fluktuation. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist der Verlust erfahrener Mitarbeitender ein erheblicher Wettbewerbsnachteil.
Ein strukturiertes, professionell gesteuertes BEM trägt dazu bei, Arbeitsfähigkeit zu erhalten und Know-how im Unternehmen zu sichern. Gleichzeitig reduziert es arbeitsrechtliche Risiken, etwa im Zusammenhang mit krankheitsbedingten Kündigungen.
Unternehmen, die externe Expertise einbinden und Fördermöglichkeiten systematisch prüfen, handeln daher nicht „sozialromantisch“, sondern betriebswirtschaftlich vernünftig.
Zusammengefasst
Externes BEM ist kein Zeichen von Kontrollverlust, sondern von Professionalität. Es verbindet rechtliche Sicherheit mit wirtschaftlicher Weitsicht und schafft die Grundlage für tragfähige Lösungen – für Mitarbeitende und Unternehmen gleichermaßen.
Wer BEM strategisch versteht, erkennt schnell: Es geht nicht nur um Wiedereingliederung. Es geht um Stabilität, Zukunftsfähigkeit und verantwortungsbewusstes Unternehmertum.